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Vereinfachter Grundriss des Robend in Viersen mit Standortpunkten

Robender Feld

Robender Feld:
Eine Reise durch die Zeit

Das Robender Feld gilt heute als einer der spannendsten Orte im Wandel der Stadtgeschichte – ein Gebiet, das wie kaum ein anderes die Veränderungen des vergangenen Jahrhunderts widerspiegelt. Wo heute Familien leben, Kinder spielen und Spaziergänger die Natur genießen, lagen einst Felder, Lagerhallen und militärische Anlagen. Kaum ein Ort hat so viele Funktionen durchlaufen und dabei immer wieder ein neues Gesicht angenommen.

Seinen Ursprung verdankt das Robender Feld – wie der Name bereits vermuten lässt – einer ursprünglich landwirtschaftlichen Nutzung. Bis in die frühen 1920er Jahre hinein prägten offene Flächen und Felder das Bild. Mit der Ansiedlung von Lagerhallen der Firma Kaiser’s Kaffee im Jahr 1921 begann die erste große Transformation: Das Gebiet entwickelte sich zu einem wirtschaftlich genutzten Raum, der bis in die Nachkriegszeit hinein Bestand hatte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Nutzung erneut grundlegend. In den Jahren ab 1959 diente das Areal als britisches Munitionsdepot – ein abgeschirmter, sicherheitsrelevanter Ort, der bis in die frühen 1990er Jahre hinein bestand. Mit dem Abzug der britischen Streitkräfte wurde das Gelände schließlich einer zivilen Nutzung zugeführt: In den 1990er Jahren entstand hier ein Heim für Asylbewerber, betrieben durch den Malteser Hilfsdienst. Auch diese Phase prägte das Gebiet nachhaltig, bevor zu Beginn der 2000er Jahre ein weiterer, entscheidender Wandel einsetzte.

Mit dem Beginn von Abriss- und Neubauarbeiten ab dem Jahr 2002 wurde der Grundstein für das gelegt, was heute als „Stadtpark Robend“ bekannt ist. Das einst funktional genutzte Gelände wurde in ein lebendiges Wohn- und Naherholungsgebiet verwandelt. Heute prägen Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser das Bild, ergänzt durch soziale Infrastruktur wie einen zweiten Kindergarten, der besonders für junge Familien von Bedeutung ist.

Zugleich wurde großer Wert darauf gelegt, die Geschichte des Ortes sichtbar zu machen und mit neuen Elementen zu verbinden. Ein besonderes Highlight ist der „Steinkreis“, eine eindrucksvolle Installation des Bildhauers Anatol Herzfeld. Zehn große Findlinge, die aus der Umgebung der brandenburgischen Partnerstadt Calau stammen, bilden einen Kreis mit einem Umfang von etwa 400 Metern. In die Steine sind Motive aus dem menschlichen Leben eingearbeitet – von Geburt über Freundschaft bis hin zum Tod. Sie erzählen symbolisch den Zyklus des Lebens. Besonders bemerkenswert: Einer der Steine wurde gemeinsam mit Kindern gestaltet und verleiht der Installation eine zusätzliche, lebendige Dimension.

Auch kleinere Details erinnern an die Vergangenheit des Ortes. So wurde ein rund 600 Meter langer Abschnitt des historisch von Napoleon geplanten Nordkanals freigelegt und als Wasserband sichtbar gemacht. Ergänzt wird dies durch das restaurierte Kanalwärterhäuschen sowie Infotafeln, die im Rahmen unseres Projekts entstanden sind und Besucherinnen und Besucher über die wechselvolle Geschichte des Gebiets informieren.

Mit dem „Casino Robend“ hat der Stadtteil zudem einen neuen Treffpunkt erhalten, der Raum für Begegnung und Gemeinschaft bietet. Und wer eine Pause einlegen möchte, findet im „Käffchen am Steinkreis“ einen kleinen, charmanten Ort zum Verweilen.

Das Robender Feld ist damit weit mehr als nur ein Wohngebiet – es ist ein lebendiges Geschichtsbuch unter freiem Himmel. Die verschiedenen Epochen haben Spuren hinterlassen, die bis heute sichtbar sind und dem Ort eine besondere Identität verleihen. Aus einem einfachen Feld ist ein vielseitiger Stadtpark geworden, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet.

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